"Villa Luise" wird das gelbe Gutshaus im Park Neukladow genannt. Auch das neu eröffnete Café trägt den Namen "Café Luise".

Die Namensgeberin ist diesmal nicht die beliebte Königin Luise, Ehefrau von Friedrich Wilhelm III. , der 1797 den preußischen Thron bestieg, sondern die Mutter des späteren Fürsten Otto von Bismarck, Wilhelmine Luise von Bismarck, geb. Mencken.

Wilhelmine Luise Mencken wurde am 24. Februar 1789 in Potsdam geboren und starb am 02. Januar 1839 in Berlin. Der Vater Anastasius Mencken (geboren 1752 in Helmstedt; gestorben 1801 in Potsdam) entstammte einer alten Gelehrtenfamilie; er heiratete Johanna Elisabeth Boeckel, die Witwe eines Direktors der Königlichen Tabakfabrik in Potsdam. Durch diese Heirat konnte die Familie finanziell relativ unabhängig leben.

Anastasius Mencken, der seit 1782 als Kabitenettssekretär bei drei preußischen Königen die Verwaltung des Königreiches mitgestaltete, besaß einen exellenten Ruf. Er erhielt um 1800 von Friedrich Wilhelm III. das Gut Neu-Kladow zur Erbpacht. Mencken beauftragte David Gilly mit dem Bau des Gutshauses, das im selben Jahr bezogen wurde, wie die Tafel über dem Ostgiebel des Gutshauses bezeugt.

Am 16.07.1806 heiratete die siebzehnjährige Wilhelmine Luise den ostelbischen Gutsbesitzer Ferdinand von Bismarck in Potsdam, der am 13.11.1771 geboren wurde. Das junge Paar bezog den Stammsitz der Bismarcks in Schönhausen. Dort wurde am 1. April 1815 Otto von Bismarck als viertes Kind geboren.

Quellen für die obigen Ausführungen
© 2000 Sebastian Beyer / Friedrich Carl Eichenberg
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